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Kommentar zur Gremienkrise

November 17th, 2009 9 comments

Ich starte zunächst mit einem Hinweis: Der Eintrag ist mit voller Absicht mit Kommentar überschrieben. Die Faktenlage zu den besprochenen Themens ist leider dünn, auch und vor allem vermutlich, weil die wirklich interessanten Details vertraulich behandelt werden müssen. Zudem scheinen einige Menschen nicht ganz ehrlich zu sein. Beiträge zum Einstieg könnten zum Beispiel dieser und dieser Blogeintrag vom Vizepräsidenten des StuPa (MF) oder der Livebericht im Twitterfeed vom Übergangsvorsitzenden des AStA (JO) sein. In Kürze die anscheinend unbestrittenen Einzelheiten: Am letzten Mittwoch wurde im StuPa eine Referentin (FF) des AStA abgewählt und eine weitere (SH) knapp nicht. Als Begründung wurde jeweils Disharmonie im AStA angeführt. SH trat daraufhin mit sofortiger Wirkung zurück; es folgten zahlreiche weitere Austritte, sodass der AStA empfindlich reduziert wurde. Ein kommissarischer Vorsitz wurde mit JO eingesetzt.

Ich beziehe meine Eindrücke rein aus den EMails, die über diverse Verteiler geschoben wurden, etwas Twitter und der gerade stattgefundenen Vollversammlung der Studentenschaft. Mit Beteiligten selbst habe ich nicht gesprochen. Insofern ist meine im Folgenden geäußerte Meinung für Beteiligte als Beispiel dafür zu verstehen, wie sie und ihr aktuelles Verhalten für Außenstehende wirken (kann) und was sie damit bewirken. Ich möchte bemerken, dass ich auf Ebene des Fachbereichs durchaus Gremienerfahrung habe, seit zweieinhalb Jahren regelmäßig Berichte aus höheren Gremien zu hören bekomme und somit hoffentlich Einiges einordnen kann. Damit sei der Vorrede aber genug getan.

Mich interessiert der Kleinkrieg, der aktuell in und um AStA und StuPa stattfindet, inhaltlich nicht die Bohne. Wer auf wessen Stühlchen gesessen und von wessen Tellerchen gegessen hat, ist nicht von Belang. Was mich interessiert ist, dass bzw. ob unsere Selbstverwaltung kompetent und verantwortungsvoll ausgeführt wird. Das scheint mir im Moment nicht der Fall zu sein. Insbesondere sind bestimmte Elemente beider Gremien inklusive (Ex)Umfeld anscheinend nicht demokratisch integer; die gemeinschaftliche Kultur, die es vielleicht mal gab, scheint völlig verloren gegangen zu sein. Wie komme ich zu dieser Auffassung?

Ich  fange mal mit dem StuPa an. Insbesondere MF, der die Anträge auf Absetzen von FF und SH stellte, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, recht stil- und offenbar etwas gedankenlos gehandelt zu haben. Offenbar gab es keine klar deklarierten Einzelgespräche zum Thema und keine offiziellen Schlichtungsversuche. Dass sowas im Nachhinein zu Problemen führt, sollte einen erfahrenen Gremensitzer eigentlich nicht überraschen.
Viel mehr stört mich aber das Verhalten einer Mehrheit der Mitglieder der Fachschaftenliste. Diese besetzt acht der 17 Plätze im StuPa; sieben von denen haben die letzte Sitzung im Verlauf aus Protest verlassen. Ich frage mich, woher diese seltsame Auffassung kommt, dass man so seinen Protest äußern könnte. Wenn man mit Anträgen nicht einverstanden ist, stimmt man dagegen. Diese Menschen sind demokratisch gewählt, die Studentenschaft zu vertreten, und entziehen sich mit solcher Tat der übertragenen Verantwortung. Insbesondere übergeben sie diese an die verbliebenen Mitglieder des StuPa. Ich finde das unanständig und kann eine solche Liste nur noch als unwählbar betrachten. Schade; alle anderen Listen sind politische Splittergruppen oder fachbereichsspezifisch. Einen noch unangenehmeren Beigeschmack bekommt das Ganze, wenn man sieht, dass ein Gutteil der Mailflut am Wochenende, die vor Polemik und ziellosem Aktionismus nur so strotzte, auf das Konto von Mitgliedern genau der Liste ging, die sich der Sitzung entzog. Insbesondere gab es eine distanzierende Stellungnahme der FSL zu einigen Beschlüssen in der letzten Sitzung des StuPa, worüber man wohl nur traurig den Kopf schütteln kann.

Als nächstes meine Meinung zum AStA, genauer gesagt den ehemaligen Referenten. Hier gilt Ähnliches wie für Mitglieder des StuPa: Sich aus irgendwelchen Trotz- oder Solidaritätsgründen für einen sofortigen Rücktritt zu entscheiden, finde ich nicht tragbar. Man kann auch mit Wirkung zu einem gewissen Datum zurücktreten, um so das Finden einer Nachfolge zu ermöglichen und Übergangsverluste nach Möglichkeit zu verhüten. Nein; stattdessen treten eine Reihe von Leuten unvermittelt ab und, das ist noch schlimmer, erschweren die weitere Arbeit des Restpersonals, indem sie über Nacht Material entfernen oder Ähnliches. Dazu kommt extreme Polemik über EMailverteiler und öffentliche Aushänge gegen einen (formal) vollkommen korrekt abgelaufenen demokratischen Kontrollprozess, aber auch gegen Einzelpersonen. Solches Racheverhalten, anders kann ich es nicht interpretieren, gehört vielleicht noch in den Sandkasten des örtlichen Kindergartens, aber nicht in ein soziales Gremium aus erwachsenen volljährigen Menschen. Besonders zu erwähnen ist noch der ebenfalls zurückgetretene D?, der seinen persönlichen Konflikt mit dem Interimsvorsitzenden JO unbedingt in der VV zur Schau stellen musste. So etwas Unangemessenes und Peinliches habe ich lange in keinem Gremium erlebt, wenn überhaupt.

Zusammengefasst heißt das für mich, dass weite Teile sowohl des ehemaligen AStA als auch des StuPa des in sie gesetzten Vertrauens und der übertragenen Verantwortung offenbar charakterlich nicht gewachsen sind. Ich hoffe, dass in Zukunft integere Menschen auf den nun oder bald freien Stühlen sitzen. Das setzt natürlich voraus, dass die aktuellen Vorgänge nicht alle geeigneten Personen verschrecken.

Außerdem ist mir negativ aufgefallen, dass auch und gerade (Ex)Mitglieder von StuPa und AStA ständig die VV störten, sei es durch Unterbrechen von Rednern, Zwischenrufe, Lärm oder unsachliche Beiträge. Insbesondere die zurückgetretenen Referenten SH und D? haben sich da besonders hervorgetan. Bei einem solchen Feingefühl für Sitzungskultur und Umgang in den Gremien wundert es mich nicht, dass es zu Disharmonien kommt. Insgesamt sollten sich alle unmittelbar Beteiligten, aber auch Zuseher, fragen, wie studentische Gremienarbeit funktionieren kann, was für ein Klima man braucht und wie man das herstellt. Große Studentenmassen mittels mehr oder weniger ausgefeilter Polemik zu mobilisieren bzw. sich von solcher zu uninformierten und undurchdachten Bei- und Anträgen sowie Jubelstürmen mitreißen zu lassen gehört jeweils sicherlich nicht zu den sinnvollen Maßnahmen.

Ein weiterer Punkt liegt mir am Herzen: Das Verhalten Einzelner und ganzer Gruppen gegenüber JO. Ich hab ihn nur wenig persönlich erlebt, und bei diesen Gelegenheiten er war mir nicht sympathisch. Dem allgemeinen Unmut zufolge ist er das Vielen nicht. Viele wissen ja sogar, dass sie ihn nicht mögen, obwohl sie ihn nie persönlich getroffen haben, einfach weil alle das sagen. Wie dem auch sei: dass er vielleicht ein schwieriger Charakter ist, ist zunächst nichts Schlimmes; ich bin auch vielen nicht sympathisch. Abneigung ist aber keine Rechtfertigung dafür, ihn zum Sündenbock für alles Übel in den beteiligten Gremien zu machen. Er ist auch nur ein Zahnrad im Apparat – und anscheinend ein sehr robustes. Trotz aller Anfeindungen in der Vergangenheit, vor und während der VV heute hat er sich als einziger Spontankandidat für die Übernahme des Vorsitzes über den AStA (und damit bis auf Weiteres einiger weiterer Referate) gestellt, hat heute seinen Mann gestanden und immer sachlich auf oft nicht sachliche oder sogar persönlich verletzende Aussagen reagiert (und ist offenbar sehr rege, was überregionale Hochschulpolitik angeht). Dafür hat er meinen Respekt. Ich selbst hätte mich vermutlich nicht so beherrschen können, hätte nicht so viel geschluckt. Ob er der geeignete Mann für den Vorsitz oder überhaupt ein Referat ist, kann und sollte man sicher diskutieren. Allein der Streit um seine Person ist möglicherweise hinreichender Grund dagegen. Letzten Endes weiß ich auf diese Frage aber keine Antwort, weil ich ihn nicht gut genug kenne, und fordere alle jene, die dazu eine Meinung haben, dazu auf genau zu prüfen, ob sie diese Meinung mit irgendetwas außer Hörensagen handfest untermauern können. All jene, die jetzt das aber schon halb getippt haben, möchte ich versuchen, mit einem Hinweis auf Hanlon’s Razor zu weiterer Überlegung anzuregen.

Wanted: Superschuldner

July 28th, 2009 17 comments

Es gab in den letzten Tagen verschiedene Ideen, wie man der abnehmenden Zahlungsmoral zum Füllen der gemeinschaftlichen Getränkekasse in der Fachschaft Herr werden kann. Darunter waren Streichen von Langfristschuldnern von der Berechtigtenliste, Zins und Zinseszins wie beim Dispo sowie Androhung körperlicher Gewalt.

Heute startet ein etwas weicherer Ansatz, der durch gruppendynamische Effekte säumige Dauerdurstige zum Begleichen ihrer Außenstände bewegen soll: Die fachschaftsöffentliche Bekanntgabe der aktuell Höchstverschuldeten. Hierbei wird die jüngste Abrechnung ignoriert, um eine gewisse Übergangszeit bis zur Anprangerung zu gewähren.

Das neue, auswischbare Plakat in der GMF

Das neue, auswischbare Plakat in der GMF

Gesucht wird übrigens nach wie vor der fast schon mystifizierte Steve A., der immerhin noch 11,80€ aus dem Jahre 2004 im Verzug ist. Sachdienliche Hinweise bitte an jede Fachschaftsaußenstelle.

Existenzbeweis trifft Stochastik

November 14th, 2008 No comments

Diese Woche habe ich eine verblüffende und elegante Sache in meiner Nebenfachvorlesung gelernt. Die Aufgabe:

Insgesamt 12% der Oberfläche einer Kugel ist schwarz (und bildet eine Borelmenge), und der Rest ist weiß. Gibt es einen einbeschriebenen Würfel, dessen Ecken allesamt weiß sind?

Ich weiß nicht, wie es Anderen geht, aber Übungsgruppe nebst -leiter haben erstmal etwas planlos reagiert. Mit einem analytischen Ansatz wird man sich vermutlich das Hirn verdrehen; zum Glück war aber ein Hinweis auf Erdös’ probabilistische Methode gegeben: Um die Existenz eines Element zu beweisen, genügt es, eine positive Wahrscheinlichkeit dafür nachzuweisen, ein solches zu erhalten, wenn man aus dem Grundraum zufällig ein Element wählt. A posteriori klar.

Was haben wir uns viele Gedanken gemacht. Klar ist, dass die acht nötigen Punkte nicht unabhängig zufällig wählbar sind. Spätestens drei (passend) gewählte Punkte legen die übrigen eindeutig fest. Kann man beschreiben, wie sie voneinander abhängen? Wenn man einen oder zwei Punkte festhält, was für Schlüsse kann man ziehen?
Antwort: Keine. Wir zumindest nicht.

Die Lösung war nun fast schon enttäuschend einfach, daher verblüffend und elegant. Seien also

S_k := \text{Ereignis, dass k-te Wuerfelecke schwarz}
W_k := \text{Ereignis, dass k-te Wuerfelecke weiss}

Klar ist, dass für einen zufällig gewählten Punkt X auf der Kugel die Wahrscheinlichkeit, dass er schwarz ist, gerade

P(X \text{ schwarz}) =  \frac{12}{100}

ist. Wir suchen nun die Wahrscheinlichkeit, dass alle Würfelecken weiß sind, also

P(\bigcap\limits^{8}_{i=1} W_k) = 1 - P(\bigcup\limits^{8}_{i=1}S_k)

Gut, hier sind wir immerhin schon darauf gekommen, uns das Gegenereignis anzuschauen, was uns den Schnitt vom Hals schafft. Das ist nicht weiter spektakulär, denn hier sind die komplizierten Abhängigkeiten der Punkte immer noch drin. Wegen der \sigma-Subadditivität der zugrundeliegenden Borel-\sigma-Algebra (Kugeloberfläche als Grundraum; nach Voraussetzung ist der schwarze Anteil eine Borelmenge!) folgt aber, dass

1 - P(\bigcup\limits^{8}_{i=1}S_k) \geq 1 - \sum\limits^{8}_{i=1}P(S_k) = \frac{4}{100} > 0

Womit wir, den Hinweis auf Erdös nutzend, das zu Zeigende gezeigt haben. Diese Beweistechnik muss ich mir auf jeden Fall merken.
Der Beweis klappt nun leider für 13% Schwarzfärbung so nicht mehr. Das kommt dann vermutlich auf dem nächsten Übungsblatt. Oder in der Prüfung.

Schönes Statement auch in der entsprechenden Vorlesung, sinngemäß:

“Der Beweis modulo gewisser Formalitäten liefert immerhin noch eine anschauliche Heuristik, die hier genügen soll.”

Warum nur reagieren Dozenten immer so gepresst, wenn man in der Klausur so argumentieren möchte?

Parser für domänenspezifische Sprachen mit ANTLR

November 1st, 2008 2 comments

Jüngst habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit als studentische Hilfkraft mit dem Erstellen einer Dokumentation ein Teilprojekt abgeschlossen, das wiederum ein Teil von EVAS ist. Für mich ging es unter anderem darum, eine Eingabeschnittstelle für eine eingeschränkte Instanz der CTL* zu schaffen. Meine Chefin wünschte sich eine Eingabe als String, also musste ich irgendeine Form von Parser auf die Beine stellen.

Ein einfaches Beispiel für eine kombinierte Lexer- und Parsergrammatik (ANTLRWorks)

Ein einfaches Beispiel für eine kombinierte Lexer- und Parsergrammatik (ANTLRWorks)

Im Web stieß ich recht schnell auf das Tool ANTLR, das hauptsächlich von einem amerikanischen Professor namens Terence Parr entwickelt wird. ANTLR ist ein Parsergenerator, erstellt also aus speziellen Grammatiken Quellcode für Parser in verschiedenen Sprachen, wobei Java die hauptsächlich unterstützte ist. Es werden LL(*)-Parser erzeugt (Wikipedia kennt bisher nur LL(k)), die also theoretisch beliebigen Lookahead ermöglichen. Backtracking, semantische Prädikate und sonstiger Schnickschnack sind natürlich auch dabei, was die Klasse der möglichen Parser recht mächtig macht; so sind für viele große, komplizierte Sprachen bereits Grammatiken implementiert. Die Anwendungen erstrecken sich von Interpretern über Parser bis hin zu ganzen Compilern.

ANTLR an sich ist ein rein textbasiertes Programm. Besonders neckisch ist aber die Entwicklerunterstützung durch das Programm ANTLRWorks, das eine graphische IDE zum Entwickeln von Grammatiken bietet. Es zeichnet Syntaxdiagramme zu Regeln, erkennt und markiert linksrekursive Regeln und liefert Interpreter und Debugger für schnelles, stückweises Testen der Grammatiken. Die Grammatiken werden in einer erweiterten Form der EBNF notiert, was für jemanden vom Fach sofort eingängig ist. Ich selbst habe noch keine LR-Parser gebaut; man sagt aber LL-Parsern nach, dass sie intuitivere Grammatiken als jene ermöglichen.

Es gibt potentiell drei Stufen der Verarbeitung: Lexing, Parsing und Tree Walking. Die ersteren beiden kann man in einer kombinierten Grammatik zusammenfassen; die letzte macht nur Sinn, wenn der Parser einen AST statt einer direkten Ausgabe erzeugt. Dieser Zwischenschritt kann bei komplexeren Sprachen Sinn machen, da die Parsebäume sehr eklig werden und die logische Struktur der Ausdrücke verschleiern können. Alle drei Stufen werden von ANTLRWorks graphisch unterstützt.

Ein bisschen nörgelig wird ANTLR, sobald man linksrekursive Regeln hat. Dann reicht Lookahead allein nämlich im Allgemeinen wohl nicht mehr aus, um deterministisch eine Alternative zu zu wählen. In den Griff bekommen kann man das zum Einen durch Umschreiben der Grammatik, was im schlimmsten Fall die Lesbarkeit stark einschränkt, oder zum Anderen durch Backtracking. Schaltet man Backtracking für eine Grammatik global ein, frisst ANTLR so gut wie alles, das wird aber als schlechter Stil angesehen. Es ist also möglich, Backtracking nur für bestimmte Regeln zu verwenden. Außerdem gibt es eine Option, mit der sich der Parser während des Lookahead merkt, was er schon so gelesen hat, damit er im Erfolgsfall nicht noch mal alles lesen muss. So soll eine (fast) lineare Laufzeit erreicht werden können.

Ein Beispiel mit Aktionen

Ein Beispiel mit Aktionen

Als Entwickler legt man direkt in seiner Zielsprache Details des Parsers fest. Hinter jeder Alternative einer Regel kann man eine Aktion formulieren, die bei einem Match ausgeführt wird. Regeln können Rückgabewerte haben und auf solche aufgerufener Regeln zugreifen. Außerdem können viele Aspekte, wie zum Beispiel die Behandlung von Syntaxfehlern, direkt in der Grammatik mit Code in der Zielsprache überschrieben und erweitert werden. Es ist also möglich, sehr spezialisierte Parser zu schreiben.

Mit ANTLR hat man mit einfachen Beispielen sehr schnell Erfolgserlebnisse. Leider muss man bald feststellen, dass die Abgründe des Parsens sehr tief sind und dass manchmal nützliche Tools auch eher problemverschleiernd wirken. Nach Lektüre von Parrs Referenzwerk und intensivem Nutzen der Mailingliste mit sehr hilfsbereiten und kompetenten Stammgästen lässt sich aber einiges in den Griff bekommen. ANTLR wird konsequent weiterentwickelt, so ist die von mir genutzte Version schon wieder veraltet, die im Buch vorgestellte erst recht. Insbesondere bei der Syntax der Grammatiken ändert sich ab und an einiges, sodass zum Beispiel Grammatiken der v2 nicht kompatibel zu v3 sind. Längerfristig mit ANTLR arbeiten heißt also, immer am Ball zu bleiben. Insbesondere für kleine, einfache Sprachen, für die man mal schnell eine Parser braucht, ist ANTLR möglicherweise sehr zu empfehlen. Sobald man aber auf Probleme stößt, die oft auch struktureller, theoretischer Natur sind, wird ein größerer Arbeitsaufwand nötig, der sich meines Erachtens nach aber lohnt, denn das ist vermutlich bei jedem Parsergenerator so. Ohne Verständnis für die grundsätzlichen Eigenschaften von Wortproblemen und Parsen sowie tiefere Einblicke in die Funktionsweise von ANTLR lassen sich manche Probleme nicht richtig lösen. Eines habe ich bei dieser Arbeit mindestens gelernt: Parsen kann sehr, sehr hart sein.

Nachtrag: In einem neueren Beitrag verlinke ich einige Beispiele.