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Posts Tagged ‘Star Wars’

Kathy Tyers: Balance Point

September 2nd, 2010 No comments

Story:3/5
Characters:4/5
Humor:1/5
Action:2/5

The sixth volume of The New Jedi Order is stand-alone novel Balance Point by Kathy Tyers. It is set some months after Jedi Eclipse and mainly on Core world Duro. Leia succeeded in talking — and paying — the locals into accepting refugees onto the hostile planet’s surface. Refugees are organised in several dome-cities that protect them from the outside, but also isolate them. In the course of the book, the Solo and Skywalker families unite once again and start uncovering — and fighting — yet another scheme that might lead not only to the death of millions but to the Yuuzhan Vong having the perfect staging ground for an offensive on Coruscant, too.

I liked this book a bit better than the last one. Instead of telling a story on galactic scale, Tyers focuses on events on one world that are self-contained. Thus she can afford to do quite some character development. By neglecting the big invasion plot, she does not commit solely to the same pattern — intrigue, advance, conquest — the previous books drew out. But for the same reason she cannot break this pattern; the series has yet to develop. However, Balance Point is certainly worth a read and might, in fact, turn out to be pivotal for some characters.

James Luceno: Jedi Eclipse

August 26th, 2010 1 comment

Story:3/5
Characters:3/5
Humor:3/5
Action:2/5

The second book in Luceno’s duology Agents of Chaos, Jedi Eclipse, concludes some arcs that started in Hero’s Trial. Han and Droma concluding their quest is as thrilling and funny as in the previous novel. On the other hand, the ongoing schemes by Yuuzhan Vong, Hutts and some New Republic representatives are a little long drawn-out; although they find their climax for now in a big battle, it is strongly hinted that we will get more of their kind. Sadly, besides the strong plot around Han and the very scattered and thus not gripping scheming part, not very much is told at all. Leia is on diplomatic mission again, basically whining all the time, and the Jedi almost exclusively occur briefly in order to sort something out by Force — or to refuse to do so pointedly.

I think Luceno would have written a better book had he concentrated on the part he did well. He could have done in one book what he did in two then, but a lot smoother. It almost appears as if he wrote the rest only because he felt obligated to drive the big plot forward. But sadly enough nothing really happens: Yuuzhan Vong still advance doing the stuff they have been doing for four books now. We understand and feel the problem; now it is about time that solutions are presented. Given that I am only five books in a series of 19, I wonder how long the authors continue to paint a gruesome picture before they get to the fun part. Maybe they elaborate so much because it is the first time that something really bad happens to the Extended Universe galaxy? If so, I feel they have over-committed a little.

James Luceno: Hero’s Trial

August 19th, 2010 1 comment

Geschichte:4/5
Charaktere:5/5
Humor:3/5
Action:3/5

Der vierte Band von The New Jedi Order ist der erste Band der Duologie Agents of Chaos von James Luceno: Hero’s Trial. Es geht in diesem Band hauptsächlich um einen Anschlagsversuch der Yuuzhan Vong auf die Jedi auf der einen und Han Solos Eskapaden auf der anderen Seite. Ersterer ist recht spannend, da hinterhältig umgesetzt, zumal in seinem Umfeld klar wird, dass es in den oberen Rängen der Neuen Republik Individuen geben muss, die mit den Invasoren kollaborieren. Das kommt für den Leser nicht wirklich überraschend, sondern ist nur logisch, heizt die Stimmung unter den Betroffenen aber natürlich an. Dass Luceno sich viel Zeit nimmt, den Charakter Han Solo nach der Tragödie aus Vector Prime zu entwickeln, finde ich gut. Um der Trauer Herr zu werden, fällt Han in seine angestammte Rolle als Soloabenteurer zurück, was mindestens Leia gar nicht gefällt. Die Szenen mit ihm und alten Bekannten sowie einem neu eingeführten Kameraden — natürlich nur temporär! — sind gewitzt und humorvoll. Ab und zu eingestreute Ausflüge in die Seelenwelt von C3PO sind etwas befremdlich — findet auch R2D2 –, aber ebenso niedlich und vielleicht überfällig gewesen. Ich bin gespannt, ob das noch aufgegriffen wird und wohin das führen mag.

Zwischen diesen beiden Hauptaspekten, die am Ende natürlich ganz zufällig zusammenfinden, findet das Buch eine angenehme Balance aus dem ernsten und verzweifelten Unterton, der diese Reihe zu prägen scheint, und einer etwas vergnügteren, freien Atmosphäre. An Lucenos Schreibstil, der sehr plastisch und graphisch, aber auch etwas hochtrabend ist, musste ich mich erst etwas gewöhnen; später gefiel er mir sehr gut. Einige großartige Schnitte, besonders Ende Kapitel 24, fördern Spannung und in diesem speziellen Fall auch Spaß. Insofern kann ich das Buch empfehlen und freue mich auf den nächsten Band Jedi Eclipse, der schon bereit liegt!

M. A. Stackpole: Dark Tide II — Ruin

August 12th, 2010 No comments

Geschichte:4/5
Charaktere:4/5
Humor:1/5
Action:5/5

Mit Ruin setzt Stackpole die Geschichte genau da fort, wo Onslaught aufgehört hat. Die Yuuzhan Vong sind weiter auf dem Vormarsch und die Jedi versuchen weiterhin, in Kommandomissionen gegen die Invasoren vorzugehen beziehungsweise Informationen zu sammeln; gewissermaßen wäre der erste Titel für beide Teile passend gewesen. Zum Ende hin bündelt sich die Handlung auf und um den Planeten Ithor, da die Rüstungskrabben der Vong — sehr schöne Idee — allergisch gegen eine Sorte Pollen von dort sind. Neu ist, dass auch das Imperium — endlich — mitmischen darf und sich ein Unterhändler zu den Yuuzhan Vong begibt; ansonsten ist thematisch alles beim Alten, und das funktioniert auch wieder gut.

Was Handlungs- und Charakterentwicklung angeht, hat sich auch nicht viel geändert. Unsere jungen Jedi lernen natürlich ständig, aber auch die alten Herren hinterfragen immer öfter das, was sie als gegeben hinnehmen. Es scheint, als müssten sie ständig mit halbem Bein in der dunklen Seite stehen, um den Herausforderungen gewachsen zu sein; hier kommt noch Spannendes auf uns zu. Schön in Szene gesetzt ist ein weiterer tragischer Todesfall im erweiterten Dunstkreis der Helden, dessen emotionale Auswirkungen leider wieder etwas zu kurz kommen. Insbesondere Leia hätte ich gerne in einer Szene betroffen gesehen. Aber Stackpole konzentriert sich mehr auf seinen Corran Horn und Rogue Squadron, was uns Lesern zahlreiche gut gemachte Actionszenen beschert. Insbesondere die Schlacht um Ithor und ganz besonders deren Nachwehen sind wunderbar beklemmend umgesetzt.

Ich habe das Buch gerne gelesen und grabe mich weiter in die Reihe. Als nächstes kommt zum ersten Mal ein Autor, den ich vorher noch nicht kannte. Ich bin gespannt!

M. A. Stackpole: Dark Tide I — Onslaught

August 2nd, 2010 No comments
M.A. Stackpole: Dark Tide I - Onslaught

Geschichte:4/5
Charaktere:4/5
Humor:1/5
Action:5/5

In Onslaught, dem zweiten Band der Reihe New Jedi Order, den Michael A. Stackpole geschrieben hat, geht es nahtlos dort weiter, wo Vector Prime aufgehört hat. Eine neue Welle Yuuzhan Vong arbeitet sich langsam, aber sicher, in Richtung der Kernwelten vor. Dabei wird das Buch seinem Namen gerecht; die Invasoren scheinen überall zu sein, Angriff auf Angriff hämmert auf Protagonisten und Leser ein. Dabei fügen die Yuuzhan Vong Truppen und Bevölkerung der  Neuen Republik teils herbe Verluste zu, eroberte Planeten werden zu Kolonien für ihre Werkzeuglebewesen umgestaltet und Gefangene zu gefügigen Arbeitern mutiert. Die Führung der Neuen Republik will von alledem nichts wissen, da sie in politische Machtspielchen verstrickt ist. Außerdem haben die Jedi unter den Senatoren derzeit keinen guten Stand, da — so die offizielle Haltung — die Arroganz der Jedi die Eskalation eines Bürgerkriegs verursachte. So müssen unsere wackeren Helden mit einigen wenigen zufällig in der Gegend befindlichen Truppen, darunter — natürlich, ist ja Stackpole — auch Rogue Squadron, einen mehr oder weniger strategischen, aber kämpfenden Rückzug aus den betroffenen Systemen organisieren. Derweil sind die Jedi in der ganzen Galaxis unterwegs, um die Ausbreitung und Vorgehensweise der Yuuzhan Vong näher zu studieren.

Ich mochte Onslaught recht gerne. Stackpole scheint zwar kein Meister vieler Plotstränge zu sein, liefert aber anständige Schnitte ab. Etwas gewöhnungsbedürftig ist stellenweise die Wahl des Fokus’. So wird in zwei Sätzen erklärt, wie Corran seinen Gurt justiert, aber Beschreibungen zu manchen erstmalig auftretenden Eigentümlichkeiten der Yuuzhan Vong fallen etwas dürftig aus. Wie für Stackpole üblich gibt es jede Menge Action, die sich packend liest: Raumgefechte, Nahkampfduelle, Bodenschlachten, alles ist dabei. Schön ist, dass außerdem auch reichlich Charakterentwicklung bei den jüngeren Jedi stattfindet, wenn sie auch manchmal — etwa bei Jacen — etwas abstrakt daherkommt. Gerade bei Anakin gefiel mir dieser Aspekt aber wirklich gut. Auch gut im Sinne von stimmungfördernd fand ich die schon ziemlich perversen Ideen dafür, was die Yuuzhan Vong mit Planeten und Gefangenen machen, wenn sie ihrer Herr werden. Störend hingegen fiel mir auf, dass die Helden zwar permanent auf dem Rückzug sind, also den Krieg verlieren, aber dennoch fast ausnahmslos alle Schlachten gewinnen. Ja, es gibt Verluste, das ginge aber noch herber.

Alles in allem sehe ich eine deutliche Steigerung gegenüber dem schwachen Start der Reihe und freue mich auf die weiteren Entwicklungen.

R.A. Salvatore: Vector Prime

July 26th, 2010 No comments
R.A. Salvatore: Vector Prime

Geschichte:3/5
Charaktere:2/5
Humor:2/5
Action:4/5

Endlich konnte ich die lang ersehnte Reihe The New Jedi Order anlesen. Die Erwartungen, die durch Rückblicke und Zustände in Joiner King geweckt wurden, sind groß: ein übermächtiger Feind, große personelle, technische und politische Umwälzungen sowie neue Idelogie bei den Jedi stehen offenbar an. Leider konnte zumindest der erste Band, Vector Prime, der Vorfreude nicht wirklich gerecht werden.

Die Geschichte, die erzählt wird, ist gar nicht so verkehrt: ein erster Stoßtrupp der Yuuzhan Vong, einer extragalaktischen Art, erreicht die Galaxie und macht sich sofort an die Errichtung von etwas, das man früher Brückenkopf nannte. Diese possierlichen Kerlchen sind sowas wie ein Hybrid aus Klingonen und Spezies 8472: bedingungslose Krieger, denen es ausschließlich um Ruhm und Ehre geht und die Lebewesen statt Technik nutzen. Die altbekannten Helden kriegen davon natürlich Wind und gehen gegen die Bedrohung vor, ohne zunächst wirklich zu wissen, worum es hier geht. Einige sabotageartige Maßnahmen der Yuuzhan Vong reichern den Plot weiter an. Unschön sind eine Handvoll Inkonsistenzen sozialer und physikalischer Art¹, über die man aber mit zwei zugedrückten Augen noch hinweglesen kann; die wirklich einfallsreiche Ausarbeitung der Mittel, die die Yuuzhan Vong nutzen, um ohne moderne Technik eben jene zu übertrumpfen, entschädigt dafür weitesgehend.

Schlimmer wiegt, dass Salvatore die Geschichte schlichtweg schlecht erzählt. Über seinen unpersönlichen, sachlichen Schreibstil kann man sicher diskutieren; auf jeden Fall bleiben die Charaktere flach, insbesondere solche, die außer in den Reihen für Jugendliche noch nicht wirklich vorkamen. Gerade aber eine wichtige Todesszene — erstmalig für Star Wars eines der zentraleren Charaktere — und das anschließende Gefühlschaos in zahlreichen Charakteren bringt er auf der emotionalen Ebene überhaupt nicht zum Leser. Der katalytische Effekt, den der spezielle Todesfall also im Universum auslösen mag, spiegelt sich also nicht im Leser wieder; da wurde Potential verschenkt. Während außerdem zahlreiche Katastrophen und Kämpfe viele Todesopfer fordern, gelingt den übrigen Helden quasi alles einfach so, trotz der augenscheinlichen Überlegenheit der Yuuzhan Vong. Die wichtigen Ideen kommen ohne Vorbereitung spontan auf, die dafür nötigen Stücke Technik oder Personen sind völlig unmotiviert verfügbar — Onkel Lando hat alles — und die Durchführung läuft reibungslos ab. Da dachte ich mir oft: Zu einfach.

So plätschert die gut aufgesetzte Geschichte leider von vorne bis hinten dahin und die dank der großen Bögen durchaus aufgebaute Spannung wird im Kleinen nicht vertieft oder genutzt. Schade, dass mit Vector Prime so ein verdorbener Band die über zwanzig Bücher lange Reihe einleitet; es kann also nur besser werden.

[1] Achtung, Spoiler!
Eine Auswahl der Unstimmigkeiten, die mir sauer aufstießen:

  • Leia schüttelt ihre Noghrileibwächter ab? Urlaub macht sie auch in anderen Büchern und stets weiß sie, was sie ihren Wachen — oder vielmehr deren Ehre — antut, wenn sie sie außen vor lässt, und nimmt sie mit. Ich sehe nicht, dass der Diplomatin Leia so ein Schnitzer passiert.
  • Die Yuuzhan Vong werden als Kriegervolk dargestellt, dem es um Eroberung und Ehre geht. Wie kommen die dazu, demagogisch, sabotierend, völkermordend und schleichend vorzugehen? Man stelle sich Klingonen vor, die den Feind erst mit einer Krankheit, Anschlägen und Propaganda schwächten, um sich dann in sein Territorium zu schleichen und so unauffällig wie möglich Fuß zu fassen. Vielleicht ist der Vergleich aber auch schlecht und man sollte die Yuuzhan Vong ideologisch eher mit dem Dominion von Star Trek vergleichen.
  • C-3PO kann die Sprache der Yuuzhan Vong ohne Probleme verstehen, obwohl das eine gänzlich neue Art mit einer ganz anderen Kultur und Entwicklung ist als alles, mit dem er programmiert worden sein kann.
  • Mara hat Probleme gegen einen Yuuzhan Vong, Jacen hält mindestens vier in Schach. Gut, sie ist geschwächt, aber sie ist auch ausgebildete Assassine und Jedi, Jacen ist Padawan.
  • Nachdem anfangs die Gravitationsfallen der Yuuzhan Vong alles wegschnappen, können die Schiffe der Helden, insbesondere Luke, stets entkommen.
  • Die Schiffe der Helden springen nach Jacens Aufsammlung aus dem Gravitationsfeld des Eisplaneten in den Hyperraum — das ging noch nie in Star Wars!
  • Lando hat alles Mögliche, aber kaum Jäger zur Verteidigung oder überhaupt ordentliche Bewaffnung für die vorhandenen?
  • Die Schildschiffe sind gemacht, um Sonnenstrahlung zu reflektieren. Das funktioniert auch einfach so mit der Energie des Yammosk?
  • Der Eisplanet explodiert, weil das Eis wieder schmilzt? Übersehe ich da einen physikalischen Effekt, oder ist das Humbug?

Timothy Zahn: Survivor’s Quest

July 21st, 2010 No comments
Timothy Zahn: Survivor's Quest

Geschichte:4/5
Charaktere:3/5
Humor:2/5
Action:5/5

Zahns Survivor’s Quest spielt zeitlich genau zwischen Vision of the Future und der langen New Jedi Order Reihe, die ich als nächstes anlesen werde. Es ist ganz anders gelagert als die Trilogien um Thrawn; statt einer die ganze Galaxis umspannenden Krise wird ein lange nur am Rande erwähntes Mysterium gelöst: Der Outbound Flight.

Der Outbound Flight war ein Projekt der Alten Republik, das kurz vor Ausbruch der Klonkriege gestartet wurde. Etwa fünfzigtausend Menschen sollten in einem riesigen Schiff die Unbekannten Regionen erkunden und schließlich die Galaxis verlassen, um in anderen Galaxien Kolonien zu gründen. Über den langen Krieg geriet das Projekt in Vergessenheit; erst viel später wurde klar, dass der Outbound Flight zerstört wurde, kaum dass er die Republik verlassen hatte. Verantwortlich dafür war Thrawn, damals noch Offizier in der Chiss Flotte.

Fünfzig Jahre später finden die Chiss nun tief in ihrem Territorium die Überreste des Outbound Flight und sammeln Vertreter der Neuen Republik, Thrawns Privatarmee Empire of the Hand und der Jedi, namentlich Luke und Mara Skywalker, um den Trümmern die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Flug wird offenbar, dass einige der Abgesandten nicht am Gelingen der Mission interessiert sind, sondern im Gegenteil Zwielichtiges im Schilde führen.

So ist der erste Teil des Buches einer Detektivgeschichte ähnlich, da unsere Helden versuchen herauszufinden, wer es auf wen abgesehen hat. Sie haben noch nicht alle Schichten aller Lügengeflechte durchdrungen, als sie am Ziel ankommen — und ab da entfaltet sich ein Actionabenteuer ganz nach Art von Stirb Langsam. Ich will nicht vorwegnehmen, wer gegen wen kämpft, aber zwei Jedi und eine Handvoll Elitesturmtruppen veranstalten ein Feuerwerk, dass wirklich viel Lesespaß bereitet. Der etwas flache Errettungsplot, der nebenher läuft, hat mich dann auch nicht daran gehindert, die zweite Hälfte des Buches am Stück durchzulesen.

Survivor’s Quest kann in meinen Augen nicht gegen die älteren Bücher von Zahn anstinken, aber das ist eine hohe Maßlatte und vielleicht auch ein unfairer Vergleich. Er macht einen sehr guten Job: alte und neue Charaktere werden gut beschrieben und die Geschichte kann überzeugen, von der Action ganz zu schweigen. Nebenbei wird die schon in Vision of the Future angedeutete Bedrohung leicht — ganz leicht — konkretisiert, die Entwicklung unserer Jedi etwas weiter vorangetrieben und das Empire of the Hand erstmals als ernstzunehmende Kraft eingesetzt. Alles in allem ist Survivor’s Quest also ein empfehlenswertes Buch mit viel Spannung und Action und dem Hauch von Hintergrundgeschichte, der es in den Kanon einbettenswert macht.

Timothy Zahn: Vision of the Future

July 19th, 2010 1 comment
Timothy Zahn: Vision of the Future

Geschichte:5/5
Charaktere:5/5
Humor:3/5
Action:4/5

Der Nachfolger von Timothy Zahns Specter of the Past, das ich er erst vor einer Woche verbloggte, hat mich so gefesselt, dass ich es bereits ausgelesen habe. Vision of the Future führt alle im ersten Teil entwickelten Konflikte zur offenen Eskalation. Das bringt mit sich, dass sich dieser Band weniger mit politischen Scharaden und Stellungsspielchen der Charaktere beschäftigt als der Vorgänger; dafür gibt es, naja, Problemlösungen.

Während sich die große, alles bewegende Intrige der Imperialen verdichtet und die Bedrohung greifbarer wird, sind zahlreiche Kleingruppen von altbekannten Helden und neuen Nebencharakteren in der ganzen Galaxie verteilt und bemühen sich, die im Zusammenbruch befindliche Neue Republik zu retten; sie glauben, dafür ein gewisses Dokument aus Palpatines Zeit benötigen und finden zu können. Dass die Gruppen teilweise nichts von den Bemühungen der jeweils anderen wissen, ist für den Leser durchaus anregend; schon amüsant, wie so rein zufällig eine ganze Reihe von Spuren auftaucht. Über die Glaubwürdigkeit dieser Menge an Plot Hooks mag man sich streiten; ich finde sie jedenfalls plausibel rübergebracht. Vor allem aber dienen sie dazu, alle Hauptcharaktere — anders als in Band eins — so einzusetzen, wie sie am meisten Strahlkraft haben: die Jedi Luke und Mara infiltrieren eine militärische Basis unbekannter Zugehörigkeit mit Hilfe von machtsensitiven Tierchen, Leia vermittelt zwischen alten Feinden und leiert nebenbei noch Friedensverhandlungen mit Pellaeon an, Han und Lando begeben sich undercover ins Herz des Imperiums und Bel Iblis plant eine Großoffensive mit Sternchen.

Und hier macht Zahn alles richtig. Die Charaktere spielen all ihre Beziehungen, Fähigkeiten und Neigungen aus, was das Buch absolut lesenswert macht. Und neben den Dingen, die man vor allem im Vorgänger über die Vergangenheit einiger neuen und alten Charaktere erfährt, und der Spannung, die sich in einem super geschnittenen Finale entlädt, schafft Zahn es auch noch, die Basis für weitere Abenteuer und Entwicklung des Universums nicht wirklich zu legen, aber zumindest anzudeuten; dies rechtfertigt die Buchtitel Specter of the Past und Vision of the Future und gibt ihnen Bedeutung.

Ich kann nur mutmaßen, dass diese Andeutungen die Geschehnisse um die Yuuzhan Vong vorhersagen; wie gut, dass ich den ersten Band der zugehörigen Reihe schon hier liegen habe und dort bald einsteigen kann — gleich nachdem ich ein Büchlein, das zeitlich noch dazwischen liegt, gelesen habe.

Timothy Zahn: Specter of the Past

July 12th, 2010 No comments
Timothy Zahn: Specter of the Past

Geschichte:5/5
Charaktere:4/5
Humor:1/5
Action:3/5

Timothy Zahns Specter of the Past markiert mit 19 ABY meinen zweiten Einstiegspunkt im Expanded Star Wars Universe. Übrigens verlinke ich unter jedem Cover der vielen Star Wars Bücher, die ich in den nächsten Monaten bewerten werde, einen Zeitstrahl mit einem roten Balken für die Zeit, zu der das jeweilige Buch etwa spielt. Diesen habe ich selbst gebaut und stelle jede nichtkommerzielle Nutzung frei. Die Icons, die eine grobe Einschätzung des Buches meinerseits darstellen sollen, habe ich aus dem Paket Silk Icons entnommen. Ich bin noch nicht gänzlich damit zufrieden, wie das aussieht, und bin für Vorschläge offen.

Specter of the Past gehört sicher zu den besten Büchern im Star Wars Universum. Zahn gelingt es in seinen Büchern, das authentische Gefühl von Star Wars zu vermitteln, und gleichzeitig seinen Geschichten mehr Tiefe zu verleihen, als das zum Beispiel in Rogue Squadron der Fall ist. Hier intrigieren das Imperium — also das, was noch davon übrig ist –, die krisengeschüttelte Republik und einige Schmugglergruppen umeinander herum. Es gibt natürlich unsere nach wie vor schillernden Helden Skywalker, Organa und Solo, und auf der Seite des Imperiums die machtgierigen und rücksichtslosen Despoten, aber dazwischen entstehen ganze Facetten an Grautönen. Das gefällt mir sehr gut; die Charaktere gewinnen dadurch sehr an Tiefe, da sie sich natürlich mit all diesen Graustufen auseinander setzen müssen. Es werden außerdem ganz neue Handlungsdimensionen möglich: Imperiale intrigieren gegen Imperiale, Mitglieder der Republik führen Krieg gegeneinander, alles ist möglich — und Zahn nutzt das meisterlich aus.

Über die Handlung will ich gar nicht so viel sagen, um niemanden das Leseerlebnis zu zerstören. Ich kann jedenfalls versichern, dass neben Handlungstiefe auch eine großzügige Portion Action, vor allem aber Politik und Ränkespiele in Specter of the Past zu finden sind, was es für mich zum wiederholten Male sehr lesenswert gemacht hat. Eine Warnung: wer Zahns Thrawn Trilogy nicht gelesen hat, sollte von diesem und dem nachfolgenden Buch die Finger lassen, bis er selbige gelesen hat. Sonst versteht man die Stimmung und Spannung in diesem Buch nicht, die sehr auf Erfahrungen der Charaktere in der erwähnten Trilogie basiert, und verdirbt sich außerdem das Ende derselben.

M. A. Stackpole: Rogue Squadron

July 5th, 2010 No comments
M.A. Stackpole: Rogue Squadron

Geschichte:3/5
Charaktere:2/5
Humor:3/5
Action:4/5

Jüngst habe ich eine größere Menge an Büchern erworben, die zum Star Wars Expanded Universe gehören. Nun habe ich an zwei Punkten im Zeitstrahl begonnen, diese aufzulesen. Rogue Squadron von Michael A. Stackpole ist der erste Teil der Reihe X-Wing, die nur wenige Jahre nach Enwor spielt. So sind die guten alten Werte noch wahr: böses Imperium gegen aufrechte Rebellen.

So ist auch der Fokus dieses Buchs der ersten Trilogie recht ähnlich: es ist ein kurzweiliges Actionmärchen. Zu Beginn wird das Rogue Squadron, dem Luke Skywalker seinerzeit angehörte und das die Todessterne zerstörte, wiederbelebt. Zu viele Piloten sind zu schnell weggestorben; jetzt möchte man eine symbolträchtige Elitetruppe aus jungen Rebellen formen. Darunter ist Corran Horn, ein ziemlich arroganter Correlianer und unser Hauptcharakter. Wer Top Gun kennt, kennt auch dieses Buch: markige Sprüche und Rangeleien zwischen den testosterongefluteten Helden, ein paar unerhört hübsche Frauen und in der zweiten Hälfte gefährliche Einsätze, die die Konkurrenten als Einheit zusammenschweißen. Dazwischen gibt es wohlgemerkt einige Versuche, einen Handlungsbogen aufzuspannen; dafür ist ein imperialer Agent verantwortlich, unsere Helden eilen derweil von Einsatz zu Einsatz.

Das war es aber auch schon: Rogue Squadron ist ebenso flach und wenig einfallsreich wie es kurzweilig und actiongeladen ist. Die meisten Charaktere gleichen Pappaufstellern, die übrigen liefern hauptsächlich Stereotypen, die man für etwas militärisches Gerangel eben braucht — oder sind im Fall von Corran Horn und Mirax Terrik quasi perfekt. Da Charakterspiele aber ohnehin nur dazu dienen, Lücken zwischen Actionszenen zu füllen, fällt das kaum auf. Leider vermeidet Stackpole auch, eine Handlung im eigentlichen Sinne zu entfalten. Aus Seite unserer Rebellen wird mit dem vagen Fernziel, Coruscant einzunehmen, mal hier und mal dort gekämpft, während aus Sicht der Imperialen an der Vernichtung von Rogue Squadron gearbeitet wird. Da Stackpole die verschiedenen Sichtweisen jedoch recht plump anordnet, weiß man immer schon ziemlich genau, was passieren wird, während die eine oder andere Seite gerade ahnungslos einer List aufsitzt. Spannung kommt da keine auf.

Wer Star Wars liebt und sich an flacher Kurzweil nicht stört, kann Rogue Squadron bedenkenlos lesen. Demjenigen, der anspruchsvolle Unterhaltung zum Rotwein sucht, sei allerdings vom Erwerb abgeraten.