Markus Heitz: Schatten über Ulldart

January 30th, 2010

Klappentext

Kurz vor seinem Tod prophezeit ein Mönch, dass die Dunkle Zeit den Kontinent Ulldart erneut mit Leid und Zerstörung überrollen werde. Der verwöhnte Prinz Lodrik wird unterdessen in die Provinz gesandt, um die Stelle des Statthalters einzunehmen. Noch ahnt Lodrik nicht, dass er das Schicksal seiner Welt entscheiden wird – denn die Dunkle Zeit droht zurückzukehren, und er wird der Retter oder Zerstörer Ulldarts sein …

Autor

Markus Heitz (* 10. Oktober 1971 in Homburg Saarland) ist ein deutscher Fantasy- und Science-Fiction-Autor.

Nachdem Heitz 1991 sein Abitur an der katholischen Privatschule Johanneum in Homburg abgeschlossen und im folgenden Jahr seinen Grundwehrdienst in Bexbach verrichtet hatte, studierte er bis ins Jahr 2000 Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Anschließend arbeitete er als freier Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Heute lebt er – nach seinem Durchbruch mit dem Roman “Die Zwerge” – als freier Autor und Mitbesitzer eines Irish Pub in Zweibrücken.

Er gilt als der saarländische Fantasy-Autor und ist einer der berühmtesten saarländischen Schriftsteller.
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Anfang

Lodrik ist der Sohn des Herrschers von Tarpol. Er ist das (natürlich heimliche) Gespött der Nobelschaft, da er vor allem dick, unleidig und verwöhnt ist. Sein Vater schickt ihn schließlich auf Anraten seines Beraters nach Granburg, der Hauptstadt der unwirtlichsten Provinz des Reiches. Er soll dort als Statthalter fungieren und lernen, Verantwortung zu tragen – er soll erwachsen werden.

Die Welt

Der Kontinent Ulldart

Der Kontinent Ulldart

Ulldart ist ein Kontinent von mehreren, die aber zunächst keine Rolle spielen. Die Königreiche befinden sich zur Beginn der Reihe in Frieden, später verändern sich die Grenzen jedoch stark.
Über Kensustria ist zu Beginn nicht viel bekannt, die Bewohner schotten sich sehr stark von den restlichen Königreichen ab und scheinen nicht ganz menschlich zu sein.
Die Menschen auf Ulldart sind sehr religiös; sie beten Ulldrael an, der der Schöpfungslegende nach Ulldart erschaffen haben soll. Sie fürchten Tzulan, den gefallenen Gott, der für das Böse steht. Einwanderern von anderen Kontinenten, wie den Rittern von Angor, stehen sie aufgrund deren anderen Glaubens oft misstrauisch gegenüber.
Die Technik in Ulldart ist ungefähr auf dem Stand unseres 15. bis 16. Jahrhunderts, wobei sich während der Reihe in dieser Beziehung viel ändert.

Verlauf

Lodrik hält von dem Vorhaben seines Vaters natürlich nichts. Er findet jedoch keinen Weg, dem Exil zu entgehen, und fügt sich resignierend in sein Schicksal.
Einmal in Granburg angekommen, entdeckt er aber recht schnell die Vorzüge der Situation. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er frei von höfischen Zwängen und kann selbst entscheiden. Naiv wie er ist, ist er sehr schockiert von den Zuständen in der Provinz. Großgrundbesitzer unterdrücken das einfache Volk – und wurden dabei von Lodriks Vorgänger noch unterstützt. Während er von seinem Leibwächter körperlich und vom Berater seines Vaters geistig trainiert wird, entwickelt er ein starkes Bestreben, die Gesellschaftsordnung zunächst in Granburg und später als Herrscher in ganz Tarpol zu verändern. Mit derlei Gedankengut macht er sich natürlich in der Schicht der Privilegierten keine Freunde und muss sich bald gegen Anfeindungen und Attentate zur Wehr setzen. Und dabei wird er, ohne es selbst zu merken, erwachsen, und trägt seine Rolle immer selbstsicherer.

Meinung

Schatten über Ulldart ist der erste Teil einer sechs Bände umfassenden Reihe, der nochmal drei Bände einer zweiten Reihe nachfolgen. So ist der erste Band vor allem darauf konzentriert, die Persönlichkeitsentwicklung von Lodrik auszumalen, die für das spätere Geschehen immens von Bedeutung ist. Die Hauptlinie der Geschichte beginnt erst im zweiten Band.
Nichtsdestotrotz ist schon dieser Band sehr schön zu lesen. Heitz hat einen lockeren Stil und legt seinen Charakteren allerlei Frechheiten in den Mund, die immer wieder amüsieren. Später in der Reihe kommen allerlei Charaktere hinzu, die zum Teil so stereotypisch gezeichnet sind, dass es eine wahre Wonne ist.
Die Geschichte an sich ist nichts Weltbewegendes – eine solide konstruierte, spannend erzählte Weltuntergangsgeschichte eben, mit allerlei kleinen Nebenzweigen und Charakterschicksalen. Was die Reihe für mich besonders lesenswert gemacht hat, ist eben der Humor, ich habe viel gelacht, aber auch die unaufhaltsame Spirale in die Tragödie, die sich über viele hundert Seiten immer schneller dreht und erst ganz zum Schluss, als eigentlich schon alles verloren scheint, durchbrochen wird. Außerdem überzeugt die detaillierte und vollständige Kreation der Welt um die Protagonisten.

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