J.V. Jones: A Cavern of Black Ice
Klappentext
When Raif Sevrance and his brother return home to their clan as the only survivors of a vicous attack in which both their father and the clan chief were killed, it is not only grief that clouds Raif’s thoughts. The new chief’s reign is a brutal one, made worse by his brother’s acceptance of it. When his uncle, Angus Lok, invites Raif to accompany him to Spire Vanis, it seems that he has no choice but to leave his home. It is the start of a journey that will change his life – and the world he inhabits.
Autor
J. V. Jones (* 1963 in Liverpool) ist eine englische Fantasyautorin. Nach ihrem Umzug in die USA arbeitete sie zunächst im Marketing einer Softwarefirma, um sich dann auf das Schreiben von Fantasyromanen zu verlegen. Ihren Durchbruch feierte Jones Mitte der 1990er Jahre mit der Book of words-Trilogie. Internationale Anerkennung fand sie vor allem mit dem düsteren, noch nicht abgeschlossenen Sword of Shadows-Romanzyklus. J. V. Jones lebt derzeit in San Diego/Kalifornien.
[Offizielle Homepage]
Anfang
Am letzten Morgen eines Jagdlagers stehlen sich die Brüder Raif und Drey in der Frühe aus dem Lager und gehen alleine jagen. Während sie um die Wette schießen, bekommt Raif ein mulmiges Gefühl – woher, weiß er nicht. Es soll ihn nicht trügen: Alle Männer im Lager wurden von unbekannten Angreifern unter mysteriösen Umständen getötet.
Die Welt
Immer wieder gibt es Hinweise auf ferne Kontinente, doch die Geschichte spielt ausschließlich in den Northern Territories. Sie sind sehr unwirtlich; lange, harte Winter fordern den Bewohnern viel ab. Im Norden liegt das Want, das als unbewohnbar gilt, im Süden dominieren die großen Städte die fruchtbareren Gebiete. Dazwischen liegen die Territorien der stolzen Clans, die außerdem noch im Osten ihre Grenzen gegen die mysteriösen Sull verteidigen müssen.
Die Clans pflegen einen strengen Ehrenkodex und bilden ihre Männer von Kindesbeinen an zu Kämpfern aus. Sie sind schnell bei der Hand, wenn um ÜberfÄlle und Kriege geht. Nichts wird bei ihnen mehr verachtet als Verrat, Lüge und Feigheit. Nur durch diese harte Lebensweise können die Clans nebeneinander und in der harten Welt, die sie umgibt, überleben.
Die Clans beten die Stone Gods an. Jeder Clan hat einen Guidestone, der das spirtuelle Zentrum des Clans ist. Er stellt die Brücke zu den Göttern da und wird aufs schärfste beschützt. Jeder Krieger trägt immer eine Portion gemahlenen Guidestone mit sich, um so dem Herz des Clans immer nahe zu sein. Außerdem erhält jedes Mitglied des Clans bei seiner Geburt eine Lore, die den Charakter, die Eigenschaften und manchmal auch das Schicksal der Person wiederspiegelt.
Verlauf
Mace Blackhail, der offensichtlich lügt, schwingt sich durch rhetorisches Geschick zum Chief des Clan Blackhail auf und verändert ihn zum Schlechten. Immer wieder läuft Raif, der auf seinem Standpunkt beharrt, ihm quer. Als Raif schließlich bei einem Überfall auf einen Konvoi seinen gerade erst geleisteten Eid bricht und sowohl den Befehl, wehrlose Frauen und Kinder zu töten, verweigert als auch die Gruppe verlässt, muss er den Clan verlassen. Sein Onkel Angus Lok nimmt ihn mit auf eine Reise nach Spire Vanis.
In Spire Vanis versucht derweil das Mädchen Ash March, Findelkind in der Obhut des Herrschers, ihrem Ziehvater zu entkommen. Sie fühlt sich verfolgt und eingeengt, ihre Träume zeigen ihr eine schreckliche Zukunft. Sie weiß nicht, dass ihr Vater nur die gewaltige Magie beherrschen will, die sich in Ash entfaltet.
Gerade als Angus und Raif in Spire Vanis eintreffen, startet Ash einen verzweifelten Versuch, die Stadt zu verlassen. Sie wird von Lakaien ihres Vaters aufgehalten – Angus und Raif schreiten ein. Nun müssen die drei vor Verfolgern aus der Stadt und ihren Schicksalen flüchten.
Meinung
A Cavern of Black Ice ist der erste Teil der Reihe Sword of Shadows. Als solcher ist das Buch erstaunlich reich an Handlung. Das Leben von Raif, Ash und einiger anderer Personen ändert sich grundlegend, während sie als Charaktere gefühlvoll und mit viel Tiefe eingeführt werden. Jede Figur bekommt ihre ganz eigenen Züge, Ängste und inneren Konflikte.
Die Beschreibung der Welt und ihrer Einwohner ist ebenso detailliert wie glaubwürdig. Jones stampft neue Kulturen aus dem Boden, die zu keinem Moment albern erscheinen. Jede Figur bekommt so ein Korsett aus gesellschaftlichen Normen übergestreift, was zu spannenden Konflikten führt.
Das Buch macht sehr viel Freude, auch wenn der Inhalt an vielen Stellen tragisch ist. Hat man einmal das Lesen angefangen, kommt man kaum mehr los. Dafür sorgt neben den starken Charakteren hauptsächlich die Atmosphäre des Buches, die einen gefangen nimmt. Wenn Jones von Kälte schreibt, friert man als Leser.
