Kommentar zur Gremienkrise
Ich starte zunächst mit einem Hinweis: Der Eintrag ist mit voller Absicht mit Kommentar überschrieben. Die Faktenlage zu den besprochenen Themens ist leider dünn, auch und vor allem vermutlich, weil die wirklich interessanten Details vertraulich behandelt werden müssen. Zudem scheinen einige Menschen nicht ganz ehrlich zu sein. Beiträge zum Einstieg könnten zum Beispiel dieser und dieser Blogeintrag vom Vizepräsidenten des StuPa (MF) oder der Livebericht im Twitterfeed vom Übergangsvorsitzenden des AStA (JO) sein. In Kürze die anscheinend unbestrittenen Einzelheiten: Am letzten Mittwoch wurde im StuPa eine Referentin (FF) des AStA abgewählt und eine weitere (SH) knapp nicht. Als Begründung wurde jeweils Disharmonie im AStA angeführt. SH trat daraufhin mit sofortiger Wirkung zurück; es folgten zahlreiche weitere Austritte, sodass der AStA empfindlich reduziert wurde. Ein kommissarischer Vorsitz wurde mit JO eingesetzt.
Ich beziehe meine Eindrücke rein aus den EMails, die über diverse Verteiler geschoben wurden, etwas Twitter und der gerade stattgefundenen Vollversammlung der Studentenschaft. Mit Beteiligten selbst habe ich nicht gesprochen. Insofern ist meine im Folgenden geäußerte Meinung für Beteiligte als Beispiel dafür zu verstehen, wie sie und ihr aktuelles Verhalten für Außenstehende wirken (kann) und was sie damit bewirken. Ich möchte bemerken, dass ich auf Ebene des Fachbereichs durchaus Gremienerfahrung habe, seit zweieinhalb Jahren regelmäßig Berichte aus höheren Gremien zu hören bekomme und somit hoffentlich Einiges einordnen kann. Damit sei der Vorrede aber genug getan.
Mich interessiert der Kleinkrieg, der aktuell in und um AStA und StuPa stattfindet, inhaltlich nicht die Bohne. Wer auf wessen Stühlchen gesessen und von wessen Tellerchen gegessen hat, ist nicht von Belang. Was mich interessiert ist, dass bzw. ob unsere Selbstverwaltung kompetent und verantwortungsvoll ausgeführt wird. Das scheint mir im Moment nicht der Fall zu sein. Insbesondere sind bestimmte Elemente beider Gremien inklusive (Ex)Umfeld anscheinend nicht demokratisch integer; die gemeinschaftliche Kultur, die es vielleicht mal gab, scheint völlig verloren gegangen zu sein. Wie komme ich zu dieser Auffassung?
Ich fange mal mit dem StuPa an. Insbesondere MF, der die Anträge auf Absetzen von FF und SH stellte, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, recht stil- und offenbar etwas gedankenlos gehandelt zu haben. Offenbar gab es keine klar deklarierten Einzelgespräche zum Thema und keine offiziellen Schlichtungsversuche. Dass sowas im Nachhinein zu Problemen führt, sollte einen erfahrenen Gremensitzer eigentlich nicht überraschen.
Viel mehr stört mich aber das Verhalten einer Mehrheit der Mitglieder der Fachschaftenliste. Diese besetzt acht der 17 Plätze im StuPa; sieben von denen haben die letzte Sitzung im Verlauf aus Protest verlassen. Ich frage mich, woher diese seltsame Auffassung kommt, dass man so seinen Protest äußern könnte. Wenn man mit Anträgen nicht einverstanden ist, stimmt man dagegen. Diese Menschen sind demokratisch gewählt, die Studentenschaft zu vertreten, und entziehen sich mit solcher Tat der übertragenen Verantwortung. Insbesondere übergeben sie diese an die verbliebenen Mitglieder des StuPa. Ich finde das unanständig und kann eine solche Liste nur noch als unwählbar betrachten. Schade; alle anderen Listen sind politische Splittergruppen oder fachbereichsspezifisch. Einen noch unangenehmeren Beigeschmack bekommt das Ganze, wenn man sieht, dass ein Gutteil der Mailflut am Wochenende, die vor Polemik und ziellosem Aktionismus nur so strotzte, auf das Konto von Mitgliedern genau der Liste ging, die sich der Sitzung entzog. Insbesondere gab es eine distanzierende Stellungnahme der FSL zu einigen Beschlüssen in der letzten Sitzung des StuPa, worüber man wohl nur traurig den Kopf schütteln kann.
Als nächstes meine Meinung zum AStA, genauer gesagt den ehemaligen Referenten. Hier gilt Ähnliches wie für Mitglieder des StuPa: Sich aus irgendwelchen Trotz- oder Solidaritätsgründen für einen sofortigen Rücktritt zu entscheiden, finde ich nicht tragbar. Man kann auch mit Wirkung zu einem gewissen Datum zurücktreten, um so das Finden einer Nachfolge zu ermöglichen und Übergangsverluste nach Möglichkeit zu verhüten. Nein; stattdessen treten eine Reihe von Leuten unvermittelt ab und, das ist noch schlimmer, erschweren die weitere Arbeit des Restpersonals, indem sie über Nacht Material entfernen oder Ähnliches. Dazu kommt extreme Polemik über EMailverteiler und öffentliche Aushänge gegen einen (formal) vollkommen korrekt abgelaufenen demokratischen Kontrollprozess, aber auch gegen Einzelpersonen. Solches Racheverhalten, anders kann ich es nicht interpretieren, gehört vielleicht noch in den Sandkasten des örtlichen Kindergartens, aber nicht in ein soziales Gremium aus erwachsenen volljährigen Menschen. Besonders zu erwähnen ist noch der ebenfalls zurückgetretene D?, der seinen persönlichen Konflikt mit dem Interimsvorsitzenden JO unbedingt in der VV zur Schau stellen musste. So etwas Unangemessenes und Peinliches habe ich lange in keinem Gremium erlebt, wenn überhaupt.
Zusammengefasst heißt das für mich, dass weite Teile sowohl des ehemaligen AStA als auch des StuPa des in sie gesetzten Vertrauens und der übertragenen Verantwortung offenbar charakterlich nicht gewachsen sind. Ich hoffe, dass in Zukunft integere Menschen auf den nun oder bald freien Stühlen sitzen. Das setzt natürlich voraus, dass die aktuellen Vorgänge nicht alle geeigneten Personen verschrecken.
Außerdem ist mir negativ aufgefallen, dass auch und gerade (Ex)Mitglieder von StuPa und AStA ständig die VV störten, sei es durch Unterbrechen von Rednern, Zwischenrufe, Lärm oder unsachliche Beiträge. Insbesondere die zurückgetretenen Referenten SH und D? haben sich da besonders hervorgetan. Bei einem solchen Feingefühl für Sitzungskultur und Umgang in den Gremien wundert es mich nicht, dass es zu Disharmonien kommt. Insgesamt sollten sich alle unmittelbar Beteiligten, aber auch Zuseher, fragen, wie studentische Gremienarbeit funktionieren kann, was für ein Klima man braucht und wie man das herstellt. Große Studentenmassen mittels mehr oder weniger ausgefeilter Polemik zu mobilisieren bzw. sich von solcher zu uninformierten und undurchdachten Bei- und Anträgen sowie Jubelstürmen mitreißen zu lassen gehört jeweils sicherlich nicht zu den sinnvollen Maßnahmen.
Ein weiterer Punkt liegt mir am Herzen: Das Verhalten Einzelner und ganzer Gruppen gegenüber JO. Ich hab ihn nur wenig persönlich erlebt, und bei diesen Gelegenheiten er war mir nicht sympathisch. Dem allgemeinen Unmut zufolge ist er das Vielen nicht. Viele wissen ja sogar, dass sie ihn nicht mögen, obwohl sie ihn nie persönlich getroffen haben, einfach weil alle das sagen. Wie dem auch sei: dass er vielleicht ein schwieriger Charakter ist, ist zunächst nichts Schlimmes; ich bin auch vielen nicht sympathisch. Abneigung ist aber keine Rechtfertigung dafür, ihn zum Sündenbock für alles Übel in den beteiligten Gremien zu machen. Er ist auch nur ein Zahnrad im Apparat – und anscheinend ein sehr robustes. Trotz aller Anfeindungen in der Vergangenheit, vor und während der VV heute hat er sich als einziger Spontankandidat für die Übernahme des Vorsitzes über den AStA (und damit bis auf Weiteres einiger weiterer Referate) gestellt, hat heute seinen Mann gestanden und immer sachlich auf oft nicht sachliche oder sogar persönlich verletzende Aussagen reagiert (und ist offenbar sehr rege, was überregionale Hochschulpolitik angeht). Dafür hat er meinen Respekt. Ich selbst hätte mich vermutlich nicht so beherrschen können, hätte nicht so viel geschluckt. Ob er der geeignete Mann für den Vorsitz oder überhaupt ein Referat ist, kann und sollte man sicher diskutieren. Allein der Streit um seine Person ist möglicherweise hinreichender Grund dagegen. Letzten Endes weiß ich auf diese Frage aber keine Antwort, weil ich ihn nicht gut genug kenne, und fordere alle jene, die dazu eine Meinung haben, dazu auf genau zu prüfen, ob sie diese Meinung mit irgendetwas außer Hörensagen handfest untermauern können. All jene, die jetzt das aber schon halb getippt haben, möchte ich versuchen, mit einem Hinweis auf Hanlon’s Razor zu weiterer Überlegung anzuregen.
Schöner Kommentar. Die exakt selben Voraussetzungen führten zum selben Ergebnis bei mir.
Nur, dass ich Spaß bei der ganzen Sache hatte. Allein Popcorn und Bier, wie ich sie bei einigen gesehen habe, haben gefehlt. Moralisch etwas fragwürdig, ich weiß. Aber immerhin wähle ich aktiv, auf mein passives Wahlrecht zu verzichten ist ja mein gutes Recht. Okay, dieses StuPa habe ich dank Auslandsjahr nicht wählen können, das stört mich aber nicht so. Da kann ich mich wenigstens davon freisprechen und das im Januar ändern. Bin ich mal gespannt.
Ich habe es schon drüben bei den Schafen geschrieben, die Kleinlichkeiten, die dort von den erwähnten Hauptdiskutanten bis zum Erbrechen durchexerziert wurden, sind eines normalen Studenten absolut nicht würdig. Die persönlichen Anfeindungen sind sowieso unter jeglicher Gürtellinie und alle die sich dabei beteiligt haben, dürften von der Studierendenschaft nie wieder in ein Gremium gewählt werden. Tiefgreifende charakterliche Änderungen sind bis zum Abschluss des Studiums da wohl kaum zu erwarten.
Anträge, GO-Anträge, Satzungsänderungen, Gegenreden etc. sind mir ja auch nichts Neues gewesen, aber wenn man mal drüber nachdenkt ist es peinlich, dass volljährige Menschen so etwas nötig haben. In einer Vollversammlung mit 500+ Studenten kann man es ja gerade noch nachvollziehen, aber im StuPa mit vllt 25-30 Anwesenden ist die Diskussionskultur ja keinen Deut besser. Im Gegenteil, vermutlich haben sich einige der Störer gestern noch etwas zurückgehalten.
Genau das dürfte im Übrigen auch viele Leute abschrecken, sich zu engagieren. Wenn man da als Einzelner etwas versucht, kommt man völlig unter die Räder zwischen all den Leuten, die das ganze schon gefühlte 20 Jahre machen und selbst wenn sie nicht mehr irgendwo tätig sind, noch eine Meinung zu allem haben.
Ein völliger Neuanfang ist leider überhaupt nicht zu erwarten, die Kontinuität im StuPa wird da schon traditionell gegeben bleiben.
Die Frontenbildung wäre ja auch ohne die Polemik im Vorfeld jedem einsichtig gewesen gestern. Ist ja vermutlich auch normal in einem Parlament. Heißt nur eben noch lange nicht, dass man so mit einander umgehen kann, jegliche Kompromisskultur, Sachlichkeit und vor allem Demokratieverständnis vermissen lassen darf.
Da hat sich für Außenstehende die FSL gestern mit ihrem Auftritt auf keinen Fall mit Ruhm bekleckert, da kamen quasi nur keifende, unfundierte und unsachliche Beiträge. Das wirkte überhaupt nicht souverän und der vielzitierte Kindergarten ist wohl das treffende Wort. Mal abgesehen vom Vorsitz, der diesen würdig und neutral vertreten hat, das mit der Krankheit war eben mehr als unglücklich…
Insgesamt bin ich ebenfalls froh, dass wir kein politisch dominiertes StuPa haben. TU halt. Aber dass eine Einheitsliste, die über lange Zeit die absolute Mehrheit hat, zu Filz und Klüngel auf der einen Seite und Unzufriedenheit auf der anderen führt – dazu muss man keine Beispiele aus der “großen” Politik anführen. Das erklärt einem der gesunde Menschenverstand. Die Mischung machts, wenn schon kein Neuanfang, dann muss das Ganze wenigstens etwas aufgemischt werden. Piraten und Grüne habe ich da für das nächste Mal läuten gehört?
Den letzten Absatz von JO bis zu Hanlon unterschreibe ich einfach mal so. Besser kann man es nicht formulieren.
Als unbeteiligt kann ich mich sicher nicht bezeichnen und kann sicherlich auch schwer objektiv urteilen. Auch dies ist ein Kommentar und auch ich möchte hier auf Wikipedia verweisen
http://en.wikipedia.org/wiki/Boycott .
A boycott is normally considered a one-time affair designed to correct an outstanding single wrong.
Insofern kann man das Verlassen von 7 FSL-Mitgliedern und einem Mitglied der FS-WiWi Liste auf die gleiche Weise beurteilen wie auch andere Boykotte. Ein Novum stellt die Aktion zumindest nicht dar, es gab schon vorher Fraktionen die Sitzungen kollektiv verlassen haben.
Die Alternativen dazu sind schwer auszumachen, Kritik muss sich jeder Parlamentarier dennoch gefallen lassen, immerhin ist er gewählter Vertreter. Ein Mittel wäre beispielsweise das Stören der Sitzung durch wiederholte Geschäftsordnungsanträge gewesen. Meiner Ansicht nach kein Verhalten eines erwachsenen/volljährigen Menschen. Weitere Vorschläge würden mich sehr interessieren, auch wenn ich hoffe, dass sie niemals benötigt werden.
Zu den Rücktritten aus dem AStA muss man klar sagen (ich denke das wurde auch auf der VV erwähnt), dass es keine Solidaritätsbekundung zu FF waren, zumindest nicht vordergründig. Die Art und Weise wie Teile des Studierendenparlaments ihre satzungsgemäßen Aufgaben wahrgenommen haben ist zu kritisieren, als AStArianer muss man sich darum Konsequenzen überlegen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er solche “Vorgesetzte” haben möchte.
Nehmen wir einmal an, dass nach der Abwahl von FF niemand zurückgetreten wäre.Es hätte zB so laufen können: Die Studierendenschaft hätte wenig/nichts von dieser Sitzung mitbekommen, die Parlamentarier hätten sich bestätigt gefühlt und auf der VV hätten ein paar Studenten weniger den klasse Vortrag zum Bildungsstreik miterlebt. Die Arbeit des AStA wäre größtenteils weitergelaufen wie bisher, die Disharmonie wäre evtl. verschwunden und JO hätte nicht für Vorsitz kandidiert.
Ein schöner Gedanke? In Teilen vielleicht, aber was sagt das über uns aus? Ist es uns wirklich lieber, dass Kommilitonen im AStA ihre Freizeit opfern für eine Studierendenschaft, der es egal ist wie man mit ihnen umgeht?
Man hat gestern gesehen, dass dem nicht so ist und das erfüllt mich, ebenso wie VP Litz, mit Stolz. Stolz darüber, dass mind. 480 Personen die Vorgänge interessieren. Das bedeutet nicht, dass sie den gewählten Weg bevorzugen, aber dieser “Haufen” hat gemerkt: Hier stimmt was nicht!
Und über das Thema JO wurde in den letzten Jahren schon oft diskutiert. Seine Kompetenzen sind ebenso bekannt wie seine Fehler. Verantwortlich für die Vorgänge der StuPa Sitzung ist er sicherlich nicht, Verschwörungstheorien er hätte alles geplant sind unrealistisch. Fest steht, dass ein legitimiertes Gremium ihn in Notzeiten zum obersten Vertreter der Studierenden gemacht hat. Gefallen mag mir das nicht und Gründe könnte ich mehrere nennen. Kritikpunkte die JO auch nicht völlig unbekannt sind, ich hatte sie ihm persönlich schon genannt. Einen Neuanfang mit altem, umstrittenen Personal einzuleiten ist meiner Ansicht nach eine klare Fehlentscheidung von neun stimmberechtigten Parlamentariern.
Alles in allem muss man sagen, dass eine Mehrheit der Vollversammlung (und bei dieser Beteiligung auch eine großer Teil derjenigen die ihr Wahlrecht wahrnehmen werden) für Neuwahlen votiert hat. Der Weg über eine Urabstimmung ist lang und schwer, über das Studierendenparlament wesentlich schneller. Diesen Weg könnten die Parlamentarier selbst einleiten und damit Größe beweisen. Zu einem solchen Neuanfang kann man nicht auf derart knappen Mehrheiten (6 verschiedene Listen, 9 Personen) und zerstrittenen Verhältnissen aufbauen.
Zu den nächsten Wahlen wird es neue Listen geben und die alten Listen werden mit neuen Programmen daherkommen. Jetzt ist der Wähler gefragt, der Wähler muss entscheiden wem er die Aufgabe zutraut. Bildet euch eine Meinung und tretet in direkten Kontakt zu den Kandidaten. Dann bekommt ihr auch was ihr wollt!
Kindergarten. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich war bis vor wenigen Wochen noch SO froh darüber, dass das ewige Rumgehacke und Cliquengebilde sowie Mobbing mit dem Verlassen der Schule endlich aufgehört hat.
Diese Geschichte jetzt hat mich echt eines besseren belehrt… Vielleicht sollten wir alle mal gründlich über unser eigenes Handeln nachdenken. Wenn wir weiterhin den Raum verlassen, wenn uns was nicht passt, oder nicht zur StuPa-Wahl gehen oder nicht bereit sind, uns politisch zu engagieren, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn da Mist rauskommt.. Außerdem sollte mensch möglicherweise mal darüber nachdenken, ob er/sie auch so angegriffen werden möchte, wie es andere im Laufe der ganzen Geschichte wurden, und ob man denn wirklich objektiv sagen kann, dass mans denn selbst besser machen könnte. Als Abwesende kann ich nicht beurteilen, inwiefern diese oder jene Handlung oke war oder nicht.. Aber das sollte einem doch immer bewusst sein!
Vielleicht einfach mal nen bisschen nachdenken, nachfragen, aus dem eigenen Schneckenhaus kriechen und dann den Mund aufmachen. – sowas sollte man eigentlich im Laufe der Grundschule gelernt haben!
bzgl Jan: wenn man ihn nicht kennt (also schon ein, zwei mal mit ihm nen Bier trinken war und/oder zusammengearbeitet hat), und nicht weiß, WAS er eigentlich macht – einfach mal die Klappe halten!
Martin, der Spaß (von mir stammten die Zettel mit “Demotivation” an den Türen) hörte für mich auf, als ich mitbekam, dass Einzelne diesen Kleinkrieg wirklich ernst nehmen und als elementare Störung ihrer Welt betrachten. Kleine, kleine Welt. Die GO-Anträge auf sofortige Abstimmung fand ich gut. Ansonsten gab es einige unüberlegt Dinge, insbesondere die Anträge auf Antrag auf Absetzung, ohne konstruktiv zu sein.
Natürlich schreckt so ein Eklat potentiell Engagierte ab. JO hat das ja gut zusammengefasst. Selbst wenn ich Zeit und Lust hätte, in diesem Sauhaufen wollte ich nicht arbeiten, da bleibe ich lieber in Gremien meines Fachbereichs; da ist das Klima wesentlich angenehmer. Es bestätigen sich mal wieder althergebrachte Klischees über AStArianer und Gremiensitzer allgemein. Kleinkriege, Selbstverwaltung, Abgehobenheit. Ich glaube, es wäre am Besten, total unbelastete Leute da hinzusetzen; leider wird aber immer Gremientätigkeit als Voraussetzung genannt. Die Leute müssen schon auf Linie sein. Aber gut, ansonsten würden sie von den Veteranen vermutlich beim ersten Anlass zerfleischt.
Florian, der von dir verlinkte Artikel beginnt mit “A boycott is a form of consumer activism”. Das trifft wohl kaum auf Verlassen von Sitzungen zu, oder? Die Alternativen, die du siehst, sind nicht besser. Ich frage mich, warum du das simple Stimmen gegen die umstrittenen Anträge nicht mal als Mittel wahrnimmst. Demokratie braucht keinen Konsens, nur Mehrheiten. Proteste gegen Stilfragen können entweder als Protokollnotiz vermerkt oder außerhalb der Sitzung geklärt werden.
Gleiches gilt für den AStA. Sie akzeptieren nicht, dass sie dem demokratischen Prozess unterliegen, ok. Dann sollten sie ohnehin zurücktreten. Wie aber oben geschrieben: Diesen Protest hätte man auch anders ausdrücken können, insbesondere zB durch gemeinsamen Rücktritt zum 01.12. Das hätte die gleiche Wirkung erzeugen können, vielleicht aber etwas weniger panisch und sachlicher. Ob die Massen wegen der Sachfrage oder wegen des polemischen Aktionismus’ im Vorfeld kamen, weiß ich nicht. Wenn man so “Werbung” für eine Debatte um die Wahl der Campusbegrünung macht, hat man sicher auch volles Haus.
Ich habe niemanden sagen hören, dass JO an dem Posten klebt, ihn eingeschlossen. Das kann er sich selbst gar nicht antun wollen. Ich gehe davon aus, dass da ein Wechsel stattfindet, sobald ein geeigneter(er) Kandidat zur Verfügung steht.
Neuwahlen wären doch jetzt vollkommen absurd. Hätten wir Juli würde ich sagen: Ja, das muss ein. Aber nicht, wenn man damit, wenn überhaupt, nur ein paar Tage vor der regulären Neuwahl landet. Dass eine Urabstimmung funktionierte, halte ich für einen vollkommen illusorischen Gedanken.
Katta, möchtest du mir zustimmen oder richtet sich deine Kritik auch gegen meinen Kommentar?
Ah, nebenbei gefragt: Kann mir jemand in D? das Fragezeichen ersetzen?
Realismus bitte. Wenn dein einziger Ansatzpunkt hier ist, dass durch so eine Aktion die Studierendenschaft aufgerüttelt wurde, dann ist das – sorry – erbärmlich.
Man kann ja gerne positive Nebeneffekte aus bestimmten unseligen Vorgängen herausziehen. Glück im Unglück eben.
Wenn man aber tatsächlich der Ansicht ist, dass das alles in allem gut so ist/war, dann ist da tatsächlich irgendetwas *völlig* schief gelaufen. Ich kann ja Frustrationen über niedrige und niedrigste Wahlbeteiligungen sehr gut verstehen. Aber nein, der Zweck heiligt nur selten die Mittel, eigentlich sogar fast nie und hier definitiv nich.
Ja, die andere (IMHO bei solchen Verwerfungen zu diesem Zeitpunkt utopische) Variante wäre unter allen Umständen vorzuziehen gewesen. Genauer, es hätte im Vorfeld nicht dazu kommen sollen und für deine Ansicht fehlt mir wirklich jedes Verständnis. Da muss es andere Mittel geben, vielleicht hätte sich ja mal wieder jemand für die interne Hochschulpolitik bewerben sollen anstatt Kindergartenkrieg zu spielen?
Die Diskussion über die Mails im RHRK war nämlich das kleinlichste und unwürdigste was ich jemals gesehen hatte. Zum einen waren da ja alle beteiligten Schuld (der ein oder andere Diskutant hätte wirklich mal seine Listenzugehörigkeit bei den scheinheiligsten aller Fragen, die da am Anfang gestellt wurden, dazu sagen müssen). Zum anderen war das eh vollkommener Unsinn. Natürlich gehen der AStA und das Stupa auch die anderen Mitglieder der Uni außerhalb der Studenten etwas an, sie müssen ja damit arbeiten. Wen es nicht interessiert, der liest es eben nicht.
“Imageschaden auf Jahre hinaus” – wie weit ab von der Realität muss man eigentlich sein? Ich wollte nur noch meinen Kopf gegen die Wand schlagen und war VP Litz (hier sind wir mal einer Meinung) wirklich dankbar, dass er das dann durch seine Aussage offensichtlich widerlegt hat.
Der Effekt wird im positiven wie im negativen bis zur nächsten Wahl halten. Höchstens.
Realismus bitte auch bei den Neuwahlen. Das StuPa kann es gerne machen. Es ist ein Zeichen, nicht mehr und nicht weniger. Nutzen wird es nichts, außer dass wir bis zum Januar kein StuPa haben. Wenn die Wahlbeteiligung über 10% sein sollte, kann man schon die Sektkorken knallen lassen.
Weil, und zu guter Letzt erbete ich auch hier noch mal Realismus, Unbeteiligte konnte ich gestern nur wenige erblicken. In irgendeinem Gremium waren die meisten schon involviert. Das sind genau diese 500 Leute und die machen über die Hälfte der tatsächlichen Wähler aus. Jede andere Auslegung würde bedeuten sich etwas vor zu machen. Und somit führt es auch wieder Punkt 1 ad absurdum: Aufgerüttelt wurde hier so gut wie niemand, das ist immer noch eine TU.
Ging natürlich an Florian, war zu langsam.
Aber sonst stimme ich dir 100% zu, Raphael.
Na dann schreib ich hier mal noch ne Antwort.
Wie du schon so schön festgestellt hast Raphael, im eigenen Fachbereich ist es wirklich schöner. Das kann ich nur bestätigen. Aber ziehe ich daraus die
Konsequenz, dass ich mich nicht auf größerer Ebene engagiere? Das wäre fatal, nicht meinetwegen, sondern falls das jeder tun würde!
Und ich hoffe auch auf unbelastete Leute, nur wird sich kein Neuanfang in der Gremienlandschaft einstellen wenn man ihn nicht selbst anfängt.
Zum Vorwurf der Linientreue kann ich nur sagen, dass die FSL da wesentlich freier agiert hat als andere. Ich habe dieses Jahr beinahe jede StuPa Sitzung
besucht und kann mich bis auf fzs momentan an keine Kontroversen erinnern bei denen die FSL mit einer Stimme gesprochen hat. Das gehört zur Natur der Liste,
zur Form der Zusammenstellung. RCDS und LHG haben sicherlich keine Linienuntreue zu befürchten, ein Parlamentarier hat nunmal nur eine Stimme.
Die FSL stellt(e) acht Parlamentarier, aus verschiedenen Fachbereichen mit verschiedenen Vorkenntnissen und Einstellungen. Das Thema “Fachschaften” alleine
führt nicht gleich zu einer Einigkeit auf allen Punkten, wer das sehen möchte kann sich gerne auch mal Sitzungen der Fachschaftenkonferenz anschauen.
Zum Boykott habe ich eben schnell mal ein Beispiel gefunden (Suchbegriffe: boykott verlassen sitzung geschichte)
http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-10/simbabwe-tsvangirai-regierung-krise
Ich bin mir im klaren darüber, dass dieser Vergleich hinkt, bei uns geht es um vergleichsweise nichtige Themen, ABER eine ALLGEMEINE Kritik zu der FORM des
Boykott ist damit auch eine Kritik an den Handlungen von so vielen verschiedenen Gruppen (siehe restliche Ergebnisse). Ich wage darüber kein Urteil zu
fällen.
Das simple Stimmen gegen Anträge hätte de facto nichts verändert, ausser die Abstimmung zum fzs. Aber ich denke zum Thema Boykott gab es immer verschiedene
Meinungen und die wird es auch weiterhin geben. Ebenso gibt es diese Einstellung zu Streiks…
Der “polemische Aktionismus” mag an manchen Stellen stattgefunden haben, Pauschalkritik finde ich aber unangebracht. Es gab auch “Werber” die informiert
haben über den Zustand der Studierendenschaft und dann dem mündigen Studenten selbst die Wahl gelassen haben was er für richtig hält. Und “wenn man so
Werbung macht”, dann schafft man es wie mancher Fachbereich vielleicht auch über eine Wahlbeteiligung von 10%. Informieren ist die Devise!
JO als Retter in der Not kann ich mir noch nicht ganz vorstellen. Ob er am Posten klebt kann nur er beurteilen, genauso beurteilt auch nur er wen er für
geeignet hält. Wenn neun Parlamentarier ihn wirklich für die beste Lösung halten wird er wohl bis Februar bleiben, egal ob es andere Interessenten gibt.
Sollte er es in dieser Zeit hinbekommen die Fronten und Kleinkriege etwas abzuschwächen wäre ich sehr überrascht. Das liegt nicht zwingend an seiner
Unfähigkeit, denn mit einem einzigen Feuerwehrmann löscht man keinen “brennenden AStA”, es liegt vor allem daran, dass es schon zu spät ist. Ein Versäumnis
das sich die Befürworter des Abwahlantrags FF aber auch die Gegner (mich eingeschlossen) eingestehen müssen.
Eine Urabstimmung erfolgreich durchzuführen wird diese Universität wahrscheinlich nie erleben. Vielleicht falls die Mensa nur noch vegetarisches Essen
anbieten würde, ansonsten erreicht man diese Massen (ca 2800 Studenten) nicht (erschwerend kommt die große Zahl der Fernstudenten hinzu). Neuwahlen sind aber
wirklich zu befürworten, denn es ist abzusehen, dass diese Mehrheitsverhältnisse nicht mehr Bestand haben werden und viele der nun vom StuPa getroffenen
Entscheidungen rückgängig gemacht werden. Dann kann man auch gleich garnichts entscheiden.
Und angenommen bei den Neuwahlen haben wir 2% mehr Wähler, eine konservative Schätzung bei dem was uns an Wahlkampfthemen erwartet, haben wir eine Steigerung
von 20% erreicht, über 200 Wähler mehr (man beachte, dass für das letzte StuPa 40 Stimmen gereicht haben für den RCDS).
Und zu Martin:
Ich bin ungern erbärmlich und ich hatte vor einer Woche niemals die Absicht die Studierendenschaft in dieser Form aufzurütteln. Die Geschehnisse der letzten
Tage waren eine Reaktion auf die erfolgte Aktion am 11. November.
Ich sehe das ganze realistisch: Wahlen in der Studierendenschaft sind Wahlen von geringer Interesse, weil die Möglichkeiten der Studierendenschaft begrenzt
sind. Würde die realistische Möglichkeit bestehen, dass die Studierendenschaft sich erfolgreich für Schnitzel beim Nachschlag, Hängematten auf dem Campus,
bequemere Stühle in den Vorlesungen, Beendigung von Krieg und Elend sowie dem globalen Kampf gegen den Klimawandel einsetzen könnte, DANN hätten wir
sicherlich auch eine richtig hohe Wahlbeteiligung. Aber das können wir nicht!
Ich bin nicht der Ansicht, dass es gut war wie es in der letzten Woche gelaufen ist. Eigentlich hatte ich andere Pläne für meine Abende. Aber NACH der
Abstimmung zur Abwahl von FF ohne Darlegung von Gründen, MUSS man einfach verstehen, dass einzelne ihr Freizeitprogramm nun anders gestalten möchten. Das war
(in meinen Augen) eine menschliche Entscheidung, kritisieren darfst du das, aber versuch es zu verstehen. Jeder muss für sich beurteilen ob er vollkommen
rational handeln kann (und selbst dann steht die Frage aus was eine rationale Handlung ist) zu solch einem Zeitpunkt. Mir fällt das schwer, dazu bin ich mit
zu viel Herzblut dabei.
Auch nach ein paar Tagen hätte ICH noch so gehandelt. Ich möchte mir von niemanden ohne Angabe der Gründe kündigen lassen. Wenn das StuPa wirklich
“Arbeitgeber” sein will, dann soll es sich auch an gewisse Arbeitnehmerrechte halten. Für eines der offenen Referate hätte ich unter anderen Umständen
vielleicht sogar kandidiert, in dieser Form möchte ich mir aber nicht meine Freizeit versauen lassen.
Die E-Mails über den RHRK Verteiler wurden von Seiten des neuen AStA Vorsitzenden eingeleitet. Die Formulierungen haben Antworten der betroffenen geradezu
herausgefordert, da sie nicht deckungsgleich mit vorher klar getroffenen Aussagen des Autors waren.
Zu guter letzt muss ich sagen (und ich sitze schon eine Weile in Gremien), dass es Personen auf der Vollversammlung gab, die bisher in noch keine Gremien
involviert waren. Dies kann ich zumindest von sehr vielen aus meinem Fachbereich sagen. Die Auslegung ich würde mir was vormachen würde meine Wahrnehmung der
letzten Jahre anzweifeln. Dann sollte ich vielleicht mal zur psychologischen Beratungsstelle gehen und eine Therapie starten.
PS: Wenn ich hier etwas unklar formuliert habe, dann bitte ich das zu entschuldigen. Schriftliche Diskussionen liegen mir dummerweise nicht. Ich werde es
dann aber ggf korrigieren.
Meiner Meinung nach stimmt deine Einschätzung einer Gremienkrise. Im Moment führen sich der (Ex)-Asta und das Stupa nicht wirklich würdig auf, allerdings ist die Begründung in erster Linie die Einmaligkeit dieser Vorgänge. Spontan fällt mir dazu keine “richtige” Reaktion ein. Ihr fordert Normalität, was besonders in der Kritk des Sitzung Verlassens rauszuhören ist. Diese ist aber auch irgendwie unangebracht. Aber ich finde die Symbolwirkung nicht schlecht und abgesehen vom fzs-Beitritt hätten alle Abstimmungen trotz Verlassens eine Mehrheit gehabt.
Ich bin sicher die FSL diskutiert selbst auch über diesen Sitzungsboykott, allerdings finde ich unwählbar ist etwas krass.
Wer sitzt denn im Moment im Stupa?
Von den Jusos kommt schon seit Mai kaum ein sinnvoller Beitrag, teilweise sind diese eine ganze Sitzung lang still.
Die LHG-Liste, bzw. Manuel hat seine Anträge auf eine unmögliche Art und Weise gestellt.
Die Hochschlgruppenliste ist auch nicht so sonderlich aktiv, ein Parlamentarier zeigt da in erster Linie Enthalungen und Meinungslosigkeit.
@Florian
Das relativiert doch schon vieles aus deinem ersten Post. Den musste man absolut so auffassen, wie ich es dann auch dargelegt und meine Kritik kundgetan habe. Ich sagte, übrigens nicht, dass du erbärmlich bist (ich kenne dich gar nicht) sondern dass es diese Einstellung/dieses Argument sei.
Argumente ad hominem scheinen zwar in unseren Gremien sehr verbreitet (persönlich und hintenrum), liegen mir aber völligst fern, ich denke ich habe genug dargelegt, dass ich sachliche Diskussionen (und überhaupt Diskussionen!) dem Kindergarten vorziehe.
Dich nicht (mehr) zu engagieren, ist genauso dein gutes Recht wie meines -
beim Rest verbleiben wir eben im Dissens, so ist das halt.
[...] wie Raphael möchte ich einen Kommentar zur aktuellen Situation in den Gremien StuPa, AStA wie auch zur am [...]
[...] http://senke.verrech.net/?p=845 [...]