Fernbedienung für Linuxrechner
Ich benutze meinen Rechner auch zum Ansehen von Filmen, da ich keinen Fernseher besitze. Was mich lange Zeit störte, war das ständige Aufstehen, um die Lautstärke zu ändern, zu pausieren oder sonstwelche Eingaben zu tätigen. Kabellose Maus oder Tastatur besitze ich nicht und lehne ich auch aus Prinzip ab. Nun gibt es auch für PCs zahlreiche Fernbedienungen in unterschiedlichen Preisklassen zu kaufen, die alle mit Eignung für Windows Media werben. Auf der anderen Seite gibt es lirc, das Fernbedienungen unter Linux zum Laufen bekommt, aber anscheinend mehr aus einer Richtung kommt, wie sich Leute ihre Empfänger selbst zusammenlöten.
Da ich ungern basteln wollte, habe ich mir die Hama MCE Remote Control für etwa 23€ gekauft. Sie bietet mehr als ausreichend viele Knöpfe und bringt einen per USB anschließbaren Infrarotempfänger mit. Sofort nach dem Einstecken wird das Gerät zumindest als Maus bzw. Tastatur erkannt, Funktionstasten bleiben aber zunächst tot. Also habe ich lirc installiert. In der Konfiguration, die man übrigens per
sudo dpkg-reconfigure lirc
jederzeit nachholen kann, habe ich folgende Auswahl getroffen:
Transmitter: Microsoft Windows Media Center v2 (usb) : Direct TV Receiver
Damit funktionieren nun zumindest die üblichen Tasten wunderbar. Man kann mit einer eigenen Konfigurationsdatei sicher jede Taste zum Laufen bekommen und ganz tolle Funktionen zuweisen, aber dazu hatte ich bisher keine Muße. Da die Fernbedienung eine sehr gut nutzbare Mausemulation hat, kann man im Zweifel den Rechner ganz normal steuern, solange man keine Tastatureingabe braucht. Die Verarbeitung der Fernbedienung und des Empfängers erscheint mir gut zu sein, beides macht einen hinreichend soliden Eindruck. Stärke des Senders bzw. Empfindlichkeit des Empfängers sind großartig: Egal, wo ich in meinem Zimmer hinziele, das Signal kommt an. Und so kann ich endlich vom Sofa aus Untertitel einschalten.

Oh je, das Lirc.
Ich hatte mir mal so einen Empfänger selber gebastelt. Aber das Teil für jede Anwendung neu zu konfigurieren war mich nach dem zweiten Betriebssystemwechsel / Upgrade dann zu doof. Jetzt hab ich eine saubere Lösung ganz ohne Konfigurationsaufwand dafür:
Ein langes USB-Kabel, ein ganz billiges USB-Hub neben dem Sofa. Da dran eine alte Tastatur und ein Trackball der sonst nur ungenutzt rumliegen würde, fertig. Hat den Vorteil, dass ich, sollte ich mal was auf dem PC zocken wollen, an das USB-Hub auch einfach noch ein-zwei Gamepads anschließen kann.
Das ist natürlich auch Bedienung aus der Ferne, klar.